[Start]

[Aktuelles]

[Konzeption]

[Projekte]

[Texte/Beiträge]

[Publikationen]

[Bilder]

[Medienecho]

[Förderkreis]

[Kontakt]

[Links]

[Impressum]

[zurück]

Thüringer Allgemeine, 28.01.04

Auseinandersetzung mit historischem Ort. Stadt plant Ausstellung zu Topf & Söhne

Mit einer vierstündigen Aktion auf dem Anger erinnerte der Förderkreis Geschichtsort Topf & Söhne am gestrigen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus an die Problematik des Areals an der Rudolstädter Straße. "Es gibt zwar Gedenkstätten für die Opfer, doch hier war auch ein Täterort, nicht irgendwo abseits der Gesellschaft, sondern mitten in Erfurt", betonte Eckart Schörle vom Förderkreis. "Deshalb ist es wichtig, dass die historischen Gebäude erhalten werden. Uns ist schon klar, das es nicht alle sein können, aber wenigstens das Verwaltungsgebäude und eine Produktionshalle, die Schmiede oder die Schlosserei", sagte Schörle. Denkbar sei die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Unternehmens, das Krematorien und Anlagen für Gaskammern in Konzentrationslager lieferte, "durch eine Ausstellung oder in anderer künstlerischer Form". Es gehe nicht zuletzt darum, zu reflektieren, wie es möglich sein konnte, dass vieles in scheinbarer Normalität geschah.

Den Vorwurf, die Stadt zeige in der Angelegenheit bisher kaum Initiative, ließ Manfred Ruge nicht stehen. "Im Stadtmuseum wollen wir eine Ausstellung aufbauen, die die verachtende Maschinerie der Vernichtung von Menschen dolumentiert", erklärte der OB gestern gegenüber TA. "Wir haben uns auch Gedanken um die Entwicklung des Geländes von Topf & Söhne gemacht. Es gibt Interessenten, Gespräche laufen. Wir werden Baurecht schaffen und definieren, was die Stadt erhalten will", so Ruge. "Wir sind von den Bestrebungen des Förderkreises gar nicht so weit weg."