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Thüringer Allgemeine Zeitung, 15.10.04 Historiker: Topf & Söhne planten zweites Auschwitzvon (mik) ERFURT. Ein bislang unbekannter Brief vom 10. Februar 1945 versetzt Historiker in gehörige Aufregung. Absender ist die Erfurter Firma "Topf & Söhne", Empfänger die sog. Bauleitung der Waffen-SS in Mauthausen (Österreich). In dem Dokument hielt Ingenieur Kurt Prüfer u.a. fest: "Wir setzen beim Entwurf der Anlage voraus, dass alle Teile vom KL Auschwitz wieder Verwendung finden sollen!" Das mehrseitige Schreiben erörtert vor allem technische Parameter eines geplanten Krematoriums für Mauthausen. Die von Prüfer vorgeschlagene Größe - "zweimal 5 Stück Dreimuffel-Einäscherungs-Öfen" - entspricht exakt der Anlage der Krematorien II und III von Auschwitz-Birkenau. Auch diese waren durch die Erfurter Firma gebaut worden.Zwei österreichische Historiker haben den Brief während Recherchen zum KZ Mauthausen entdeckt. Hierher, in die vermeintlich sichere Alpenfestung, hatte die SS ausgangs des Weltkrieges zahlreiche Häftlingstransporte aus Lagern von der Ostfront dirigiert. Der Brief räumt einmal mehr mit der Legende auf, die Erfurter hätten nichts vom wahren Zweck ihrer Verbrennungsöfen gewusst. Sog. Arbeitsbesuche sind in Auschwitz längst belegt. Vermutlich weilten die Ingenieure auch in Mauthausen. Zumindest endet der Brief mit der Bitte, die SS möge "Topf & Söhne" zu diesem Zweck "Wehrmachts-Fahrscheine II. Klasse" überlassen. |