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TLZ, 31.05.05 Pavlov Drach überlebte Arbeit bei Topf & SöhneErfurt. Sie waren fast noch Kinder, als sie während des zweiten Weltkrieges aus ihren Heimatorten in der Ukraine verschleppt und als billige Arbeitskräfte nach Erfurt gebracht wurden. In Kiew leben heute noch zwischen 600 und 1000 Menschen, die als Zwangsarbeiter in Erfurt und Umgebung untergebracht waren - 14 von ihnen kommen nun an den Ort, an dem sie vor mehr als 60 Jahren ausgebeutet und gequält wurden. Eingeladen hat sie der Osteuropaverein in Erfurt. "Damit soll ein Stück Versöhnungsarbeit geleistet werden", sagt der Vereinsvorsitzende Joachim Jaeger, ehemaliger Propst für Erfurt-Nordhausen. Mit Hilfe der Martin-Niemöller-Stiftung hat der Osteuropaverein schon seit vielen Jahren Kontakte in die Ukraine. Die Stiftung kümmert sich um Dörfer, die während des Zweiten Weltkrieges liquidiert wurden. Aus einem solchen Ort, aus Jadliwka, stammt die Leiterin der Gruppe. Ende August 1943 wurde das Dorf von der deutschen Wehrmacht vollständig dem Erdboden gleich gemacht, viele Bewohner ermordet oder zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert. Die 14 ehemaligen Zwangsarbeiter, die nun nach Erfurt zurückkehren, haben ihre Vorstellungen vom Besuch der Landeshauptstadt. Viele wollen noch einmal die Orte aufsuchen, die sich in ihre Erinnerungen eingegraben haben - und vielleicht können sie sogar Menschen wieder begegnen, die sie in guter Erinnerung haben. Anatoli Britov war in der Berlin-Erfurter-Maschinenfabrik eingesetzt. Er erinnert sich an Hans Grün, der ihm geholfen hatte. Sein Grab zu besuchen, ist der größte Wunsch des 78-Jährigen. Galina Konkova wurde als Kind mit ihrer Mutter verschleppt. Die 68-Jährige hat noch vage Erinnerungen an den Blumenpark und ist neugierig, wie sich Erfurt verändert hat. Mit dabei sein wird auch Pavlo Drach, einer der wenigen noch lebenden Zwangsarbeiter der Firma Topf & Söhne. Morgen kommt die kleine Gruppe in Erfurt an. Auf dem Plan stehen der Empfang durch OB Manfred Ruge, Stadtbesichtigungen in Erfurt und Weimar, ein öffentlicher Vortrag vom Stadtarchiv im Stadtmuseum am Freitag, 3. Juni, um 14 Uhr, Teilnahme am Gottesdienst in der Augustinerkirche am Samstag, 4. Juni, um 18 Uhr, Gespräche mit Schülern des Rats-, Buchenberggymnasiums und der Gesamtschule am Schwemmbach. Am Dienstag geht es dann für fünf Tage Erholung nach Friedrichroda, bevor es zurückgeht. |