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Thüringische Landeszeitung , 02.06.05 Mit Mahnmal wird Neuland betretenvon Axel Heyder Daberstedt. (tlz) Dass der Ort ein wenig gruselt, lässt sich während des Rundgangs der Bauhausstudenten nicht verbergen, auch wenn zur Zeit des Dritten Reichs niemand auf dem Gelände der Erfurter Firma Topf & Söhne getötet wurde. Die Verantwortung der deutschen Industrie für den Holocaust in einem Mahnmal zu thematisieren, damit betrete man in jedem Fall Neuland, waren sich die Architekturstudenten der Weimarer Bauhausuniversität und Eckart Schörle vom Förderverein Geschichtsort Topf & Söhne sicher.Was soll geschehen auf diesem Anwesen, an dem der Familienbetrieb mit der Produktion von Krematorien nicht nur unterstützt hat, sondern die Konstrukteure der Firma die industriemäßige Verbrennung von Opfern der Konzentrationslager durch ihre "deutsche Wertarbeit" erst ermöglichten? Dem Erinnern an sich, hinweg durch verschiedene Kulturen, haben sich die Studenten in einem ersten Schritt gewidmet. Dem "Wie erinnert der Mensch", sei die Auseinandersetzung mit Mahnmalen in der ganzen Welt gefolgt, sagt Simone Hain, die eine Gropius-Professur innehat und gemeinsam die Studenten mit Kollegin Christiane Wolf betreut. Anschließend seien auch bauliche Gegebenheiten thematisiert worden. Am Mittwoch folgte eine weitere wichtige Etappe des Seminars, die nun die Entwurfsphase für eine künftige Nutzung einleitet: der Rundgang über das Firmengelände, das parallel zur Weimarischen Straße liegt. Egal, wie die Planung einmal ausgehe, "wir rechnen in jedem Fall mit einer Mischnutzung", sagt Eckart Schörle vom Förderverein Geschichtsort Topf & Söhne, der die Besichtigung mit dem durch den Verein zusammengetragenen Wissen über das Objekt untermauerte. Das drei Hektar große Areal werde sich in seiner jetzigen Form nicht erhalten lassen. Konkrete Vorschläge dazu sollen nun erarbeitet werden. In Bezug auf eine Gedenkstätte konzentriert sich derzeit der Blick auf das ehemalige Verwaltungsgebäude. In welcher Form das Erinnern dort geschehen könne, wird Teil der Auseinandersetzung und die Herausforderung an die Jungarchitekten. Möglich seien verschiedene Formen, reichend von stiller Gedenkstätte, in Form einer Ausstellung beispielsweise, bis zu einem Ort, an dem aktiv an der Aufarbeitung der Geschichte gearbeitet werde, in Seminarräumen zum Beispiel. Fest steht jedoch jetzt schon, dass zumindest ein Teil der Gebäude abgerissen werden muss, eine Vielzahl von Bränden auf dem Areal hat die Bausubstanz stark geschädigt. Eine mögliche gewerbliche Nutzung für einen Autohof sei schon einmal im Gespräch gewesen, sagt Christiane Wolf gegenüber der TLZ. Weitere Möglichkeiten wurden im Anschluss an dem Rundgang mit den Besetzern, die einen Teil der Gebäude auf dem Firmengelände nutzen, diskutiert. Die lehnen die Aufgabe der Häuser für eine gewerbliche Nutzung ab.
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