|
[Start] [Projekte] [Bilder] [Kontakt] [Links] |
|
[zurück]
Thüringer Allgemeine, 03.02.07 Topf & Söhne: Erfindergeist und Moralvon cc "Technik ohne Moral" nannten Weimarer Schülerinnen ihre szenische Lesung zu Topf & Söhne. Sie stieß gestern in der Schotte eine rege Diskussion zum Erinnerungsort an. ERFURT. "Die professionelle Distanz, die ich zu dem Thema aufgebaut hatte, ist heute zusammengebrochen." Dies sagte ein Student, der in Erfurt durch die Ausstellung "Techniker der ,Endlösung´" geführt hatte, nach der Lesung. Emotional wie er reagierten viele der Zuschauer auf den fiktiven Dialog zwischen Firmeninhaber Topf, den Konstrukteuren von Auschwitz-Krematorien und Gaskammerentlüftungsanlagen Kurt Prüfer und Fritz Sander und anderen Beteiligten. Sätze wie "Ich habe nur meine Aufträge erledigt." oder "Das war nur die technische Seite, die wir..." provozierten eine Debatte zur moralischen Seite des Erfindergeistes auch in heutiger Zeit. Dass Produktion mörderischer Technik heute stark zerlegt ist, mache die Diskussion noch schwieriger aber auch aktuell, bemerkte ein Redner aus dem Publikum.Stark hinterfragt wurde angesichts des jüngsten Verkaufs des Firmengeländes der Stand, was die Einrichtung eines - wie er jetzt genannte wurde - Erinnerungsortes betrifft. Zwei bis drei Etagen des unter Denkmalschutz stehenden Verwaltungsgebäudes wolle man dafür anmieten, sagte Dr. Annegret Schüle, die die Ausstellung maßgeblich mit konzipiert hatte. Nur dort sei zu lokalisieren, wo die Zeichenbretter der Ingenieure standen, zeigte sie Genugtuung darüber, dass nunmehr eine reelle Chance besteht, am Ort die Geschichte der am Holocaust beteiligten Firma zu zeigen. |