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Thüringer Allgemeine, 05.06.08

Förderkreis wird zum Verein

von Jörg Heise

Förderkreis wird zum Verein

Aus dem seit vielen Jahren aktiven Förderkreis Topf & Söhne entstand gestern ein förmlicher Verein, der gemeinnützigen Status anstrebt. Hintergrund ist vor allem ein steuerlicher Aspekt.

"Wir sind in eine neue Phase eingetreten. Es gibt Signale, dass die beantragte Bundesförderung kommen wird", deutete Rüdiger Bender, Förderkreis-Pionier und Lehrbeauftragter für Philosophie an der Erfurter Universität und der TU Ilmenau, gestern im Gespräch mit dieser Zeitung an. Ihn hatten die Gründungsmitglieder des nunmehrigen "Förderkreises Erinnerungsort Topf & Söhne" am Abend in der Kleinen Synagoge zum Vorsitzenden gewählt. Im Vorstand vertreten ist mit Dr. Annegret Schüle jene Wissenschaftlerin, die die Geschichte der Krematoriumsbauer von Auschwitz akribisch erforschte. Die stellvertretende Vorsitzende des Vereins konzipierte im Auftrag der Stadt Erfurt die viel beachtete Ausstellung "Techniker der Endlösung" und bereitet auch die Gestaltung des künftigen Erinnerungsortes auf dem einstigen Firmengelände zwischen Rudolstädter Straße und Sorbenweg vor.

Mit der Gründung des Vereins, so Rüdiger Bender, soll die bisherige lose Verbindung gleichgesinnter Bürger auf solidere, verpflichtendere Beine gestellt werden. "Als jetzt auch juristische Person und vor allem auf längere Sicht." Durch den neuen Status werde es möglich, Gelder für das Gedenkstättenprojekt zu sammeln und Unterstützern steuerlich anerkannte Spendenquittungen zukommen zu lassen. Briefe an potenzielle Sponsoren seien bereits verfasst, ließ der Vereinsvorsitzende wissen. Ziel sei es, "einer sehr guten Ausstellung den authentischen Ort zu erhalten" und Erinnerungspolitik zu betreiben. "Wir setzen dabei auf engagierte Mitglieder und Nachhaltigkeit", sagte Bender.