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Thüringische Landeszeitung 2. Juni 1999 Auf Firmengelände ein Mahnmal für die OpferErfurter Unternehmen Topf und Söhne lieferte KZ-ÖfenErfurt. (dpa/tlz) Auf dem alten Gelände des KZ-Ofenbauers Topf&Söhne in Erfurt soll nach dem Willen einer Initiative in naher Zukunft dauerhaft an den Holocaust erinnert werden. Unter den Initiatoren, die gestern abend in Erfurt einen Förderkreis gründeten, ist auch der Urenkel des Firmengründers der 65jährige Hartmut Topf. Die Erfurter Firma Topf hatte die Verbrennungsöfen für Auschwitz, Buchenwald, Mauthausen und Dachau gebaut. Für den industriellen Massenmord der Nazis waren die Öfen in Erfurt entwickelt worden. Topf&Söhne seien auch an der Ausstattung der Gaskammern beteiligt gewesen, berichtete der Forscher Eckhard Schwarzenberger. Einer der beiden geschäftsführenden Direktoren, Ludwig Topf, hatte 1945 Selbstmord begangen. Das Kulturministerium habe bereits Unterstützung zugesagt, mehrere Entwürfe für eine Gedenkstelle lägen bereits vor. Das alte Betriebsgelände liegt derzeit brach und wird von einem Konkursverwalter betreut. Nach dem Krieg hatte ein DDR Betrieb auf dem Gelände weiterproduziert und alle Schriftzüge der Firma Topf beseitigt. Aufgabe des Förderkreises soll es sein, nach geeigneten Formen der Erinnerung und Auseinandersetzung am Ort der stillgelegten Fabrik und darüber hinaus zu suchen. Außerdem soll über die bisherigen Beiträge von Tagungen und Forschungsobjekten berichtet und sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Darüber hinaus will man versuchen eine breit angelegte Debatte darüber zu führen, welche Fragen die Geschichte an die Gesellschaft und Kultur der Gegenwart stellt. Außerdem soll versucht werden, tragfähige und dauerhafte Partnerschaften zwischen Bildungsträgern, Museen, Gedenkstätten, Pädagogen und engagierten Einzelpersonen zu entwickeln. Schon bisher war in zahlreichen Aktivitäten auf die Vergangenheit der Firma Topf hingewiesen worden. Beispielsweise hatte das DGB Bildungswerk Thüringen im Juli 1998 einen Fotoworkshop veranstaltet, außerdem werden seit 1997 immer wieder Gruppen und Einzelpersonen über das Gelände geführt. |